Volkstheaterfestival Wurzelwerk Meilenstein für einen neuen Dialog zum Mundarttheater

WurzelpurzDas Volkstheaterfestival Wurzelwerk, das vom 30. April bis 3. Mai in Sulzbach an der Saar stattfand, hat Maßstäbe für eine neue Form des Theaterdialogs gesetzt, darin waren sich die Veranstalter vom Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) und vom Verband Saarländischer Amateurtheater (VSAT) einig. Bei ihrer Eröffnungsrede betonte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer: „Der Blick auf neue Theaterformen und Themen, die die Menschen beschäftigen, ist wichtig“. Dass sich Sulzbach als „Bundeshauptstadt“ für Mundart- und Volkstheater präsentiere, sei eine besondere Auszeichnung, sagte Bürgermeister Michael Adam. BDAT-Präsident Norbert Radermacher hob das Amateurtheater als einen der großen Bewahrer der deutschen Mundarten hervor. „Aufgrund der sozialen und künstlerischen Bedeutung der Dialekte und Mundarten für unsere Gesellschaft. gilt es, diese nicht nur zu schützen, sondern ihre Einzigartigkeit, ihre Vielfalt und gesellschaftliche Wirkung zu erkennen und öffentlich zu diskutieren“. Das Festival bot für diesen Dialog den geeigneten Ort.

Sieben Theatergruppen aus verschiedenen Regionen Deutschlands stellten ihre Inszenierungen vor, Die inhaltliche Palette zeichnete ein buntes Bild vom Volkstheater wie:

  • „Der verkaufte Großvater“ von der saarländischen Volksbühne Hülzweiler
  • „Der kühne Schwimmer“ vom hessischen Theaterclub Elmar 
  • "Das Mysterienspiel „Der Pakt mit dem Teufel –  
      Theophilus in Not“ vom Theaterverein „Rott am Inn“ aus Bayern
  •  Einen Einblick in die Welt des türkischen Schattentheaters boten die Meisterspieler
  •  Ali & Erhan Köken mit ihrem Karagöztheater
  •  Mit „Bagger“ von Henning Mankell wagte sich die Schleswiger Speeldeel
     an eine Adaption des Gegenwartsstückes. 
  •  Das Jugend Theater Büro Berlin mit ihrer Eigenproduktion „90/60/90: Rollenscheiß“  
  •  Das Theater Emerkingen aus Baden-Württemberg zeigte „Jakob und Isabelle“ 

Josef Sedlmeier, Präsident des Verbandes Saarländischer Amateurtheater, und Erika Sedlmeier, Sprecherin des Bundesarbeitskreises Mundart und Sprachen (BDAT), waren sich am Schluss einig, dass dieses Festival ein erster Meilenstein war, der der weiteren Entwicklung des Theaters in Mundart und Dialekten wichtige Impulse gegeben hat. Das nächste Wurzelwerk-Festival soll in zwei Jahren stattfinden. Das Festival wurde gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Land Saarland, dem Verband Saarländischer Amateurtheater, der Stadt Sulzbach, dem Saarländischen Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie sowie von weiteren Sponsoren.