Bundesversammlung des Bund Deutscher Amateurtheater e.V. in Stralsund

Seine 18 Mitgliedsverbände hatte der Bund Deutscher Amateurtheater e.V. (BDAT) vom 11. – 13. September 2015 zur Bundesversammlung nach Stralsund geladen. Das höchste Organ des BDAT wird in jedem Jahr von einem anderen BDAT-Landesverband ausgerichtet. Für 2015 hatte sich Mecklenburg-Vorpommern als kleinstes BDAT-Mitglied um die Ausrichtung beworben und verwöhnte die Delegierten mit ausgeprägter hanseatischer Gastfreundschaft.

Norbert Radermacher, seit 15 Jahren Präsident des Bund Deutscher Amateurtheater e.V (BDAT), hatte im Rahmen der Bundesversammlung des BDAT letztmalig die Versammlungsleitung inne.
Norbert Radermacher, seit 15 Jahren Präsident des Bund Deutscher Amateurtheater e.V (BDAT), hatte im Rahmen der Bundesversammlung des BDAT letztmalig die Versammlungsleitung inne. – Foto: FOsoTObeck

Rund 50 Delegierte und Gäste aus allen Teilen Deutschlands waren gekommen, darunter auch vier Teilnehmer aus den Reihen des „Verband Berliner Amateurbühnen e.V.“ (VBA). Bevor die Versammlung in die Tagesordnung einstieg, gedachte Norbert Radermacher im Namen des BDAT verdienten Mitarbeitern aus den Landesverbänden, die im abgelaufenen Geschäftsjahr von uns gegangen sind, darunter auch dem langjährigen VBA-Vorstandsmitglied Peter Mazanke.

Neben der Präsentation des Jahresabschlusses für 2014 und des Wirtschaftsplanes für 2016, konnte ein „Rechtserstberatungsmodell“ verabschiedet werden, das voraussichtlich ab 2016 den Mitgliedsbühnen der Landesverbände zur Verfügung stehen wird. Darüber hinaus konnten Informationen

  • zur Ausgleichsvereinbarung mit der Künstlersozialkasse
  • zum Diskussionsstand zur Überarbeitung des BDAT Leitbildes
  • zu Preisverleihungsfestival amarena 2016 in Offenbach
  • zu Fragen rund um das Förderprogramm „Kultur macht Stark“ und
  • zum Bundesfreiwilligendienst 27 plus

erörtert werden. (Nähere Informationen zu diesen Themen im Rahmen der VBA-Verbandsausschusssitzung am 14. Oktober 2015 im Jugendkulturzentrum Pumpe.)

Nach dem Rücktritt von Norbert Radermacher sieht die BDAT-Satzung die Wahl eines Interimspräsidenten für die Restlegislatur aus dem Kreis der vier Vizepräsidenten vor. Vorgeschlagen und einstimmig gewählt wurde der VBA-Landesverbandsvorsitzende und BDAT-Vize-Präsident Jörg Sobeck. - Foto: Frank Weymann
Für die Restlegislatur wurde der VBA-Landesverbandsvorsitzende und BDAT-Vize-Präsident Jörg Sobeck einstimmig zum Interimspräsidenten des BDAT gewählt. – Foto: Frank Weymann

Schließlich wurde der Tagesordnungspunkt aufgerufen, der zuvor für den meisten Diskussionsstoff gesorgt hatte: Die Wahl eines neuen ehrenamtlichen BDAT-Präsidenten. Norbert Radermacher, seit dem Jahr 2000 im Amt, hatte zuvor aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt im Rahmen der Bundesversammlung 2015 angekündigt. Trotz langen Vorlaufs, gab es keine Bewerbungen auf die Nachfolge. Die BDAT-Satzung sieht für diese Fälle die Wahl eines Interimspräsidenten für die Restlegislatur aus dem Kreis der vier Vizepräsidenten vor. Vorgeschlagen und einstimmig gewählt wurde der VBA-Landesverbandsvorsitzende und BDAT-Vize-Präsident Jörg Sobeck. Auf den so frei gewordenen Vize-Präsidenten-Stuhl wurde der Bereichsleiter Jugend des Hessischen Amateurtheaterverbandes, Simon Isser, zum kommissarischen Vizepräsident für ein Jahr berufen.

...die Delgation des Verband Berliner amateurbühnen e.V.: Pressereferentin Anne-Katrin Otto, 2. Vorsitzende Gabi Kremkow, 1. Vorsitzender Jörg Sobeck. - Foto: Frank Weymann
Die Delegation des VBA e. V.: Pressereferentin Anne-Katrin Otto, 2. Vorsitzende Gaby Kremkow, 1. Vorsitzender Jörg Sobeck. – Foto: Frank Weymann

Neben diesen Regularien wurde die Tagesordnung um einen sehr aktuellen und bedeutungsvollen Punkt erweitert: In großer Einmütigkeit unterzeichnete die BDAT-Bundesversammlung den „Aufruf zu einer Bühne der Menschlichkeit gegen die Spektakel des Scheußlichen“. Der BDAT als „bunter“ bürgerschaftlicher Verband, mit den darin organisierten unterschiedlichsten Menschen, mit seinen internationalen Partnern und mit seiner 125jährigen Geschichte positioniert sich darin gegen Ausländerfeindlichkeit, Fremdenhass und für die Achtung der Menschenwürde.

Anlässlich der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages zwischen dem polnischen Amateurtheaterverband "Towarzystwo Teatralne im. Jędrzeja Cierniaka" und dem BDAT unterhielt eine polnische Theatergruppe in einer anrührenden Inszenierung die Gäste der Bundesversammlung in polnischer Sprache. - Foto: FOsoTObeck
Anlässlich der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages zwischen dem polnischen Amateurtheaterverband „Towarzystwo Teatralne im. Jędrzeja Cierniaka“ und dem BDAT unterhielt eine polnische Theatergruppe in einer anrührenden Inszenierung die Gäste der Bundesversammlung in polnischer Sprache. – Foto: FOsoTObeck

Den Abschluss der Versammlung rundete schließlich ein weiteres historisches Ereignis ab: Als letzte Amtshandlung unterzeichnete Norbert Radermacher gemeinsam mit Simon Blaschko, Präsident des Amateurtheaterverband „Towarzystwo Teatralne im. Jędrzeja Cierniaka“, einen Freundschaftsvertrag, der der weiteren Intensivierung der Beziehungen beider Verbände und dem regen kulturellen Austausch zwischen deutschen und polnischen Theatergruppen dienen soll.

Die Bundesversammlung des BDAT 2015 - Foto: Katrin Kellermann
Die Bundesversammlung des BDAT 2015 – Foto: Katrin Kellermann

Der Dank des Verband Berliner Amateurbühnen e.V. geht an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich an die Ausrichter vor Ort, dem „Landesverband Spiel & Theater Mecklenburg-Vorpommern e.V.“ und dem Ausrichter vor Ort, dem STi-Cer Theater, für die warmherzige Betreuung sowie an die Bundesgeschäftsstelle des BDAT für die gute Vorbereitung und Organisation.